Zur Startseite

Gezeiten

Die Fahrten zur Insel Wangerooge sind von den Gezeiten abhängig

Wie entstehen eigentlich Ebbe und Flut?

Durch die Nachbarschaft von Mond und Erde gibt es auf unserem Planeten zur gleichen Zeit zwei Wasserberge: den einen auf der mondnahen Seite und den anderen auf der mondfernen Seite der Erde, dort herrscht Flut. Welche Kräfte zwischen Mond und Erde ziehen das Wasser zu zwei Flutbergen zusammen? Dies sind zum einen die Anziehungskraft des Mondes auf der mondnahen Seite der Erde und zum anderen die Fliehkraft auf der mondfernen Seite. Fliehkraft entsteht dadurch, dass sich Erde und Mond gemeinsam um eine Achse drehen. Während sich das Wasser also auf zwei Seiten der Erde zu Flutbergen sammelt, fließt das Wasser aus den dazwischen liegenden Gebieten fort, dort ist Ebbe. Die Erde dreht sich also täglich vom Flutberg der mondzugewandten Seite durch ein Ebbetal zum Flutberg der mondabgewandten Seite und durch ein weiteres Ebbetal zum Ausgangspunkt zurück. Für diesen Weg benötigt sie allerdings länger als einen Tag. Erst nach 24 Stunden und 50 Minuten steht der Ausgangspunkt, z.B. die Nordseeküste, wieder genau dem Mond gegenüber und der Kreislauf beginnt von vorn. Dadurch verschieben sich die Gezeiten von Tag zu Tag.

An der Nordseeküste beobachten wir also zweimal täglich, wie bei der Flut der Wasserspiegel um zwei bis drei Meter ansteigt. Die Flutwelle der Nordsee kommt aus dem Atlantik und erreicht zuerst die Ostfriesischen Inseln, bevor sie weiter in die deutsche Bucht einläuft. Nachdem der höchste Wasserstand, das Hochwasser, erreicht ist, fließt das Wasser wieder ab. Es herrscht Ebbe, bis der tiefste Stand des Wassers, das Niedrigwasser, eintritt. Der Höhenunterschied zwischen Niedrigwasser und Hochwasser heißt Tidenhub.