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Insel Wangerooge

Dem Meer entstiegen

Das Reizklima, spritzig-perlende Nordseewellen, Dünensand und Watt: Viermal Natur pur, dazu Badekarre und ein Strandzelt, die Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Zerbst 1804 stiftete, und schon konnte das Wangerooger Badeleben für Gäste beginnen!

Geologisch entstanden ist Wangerooge, wie die anderen west- und ostfriesischen Inseln, als Aufschüttung des Meeres aus Sand und Schlick. Kaum hatten sich die ersten Dünen gebildet, siedelten sich auch schon Pflanzen wie Strandhafer und Strandroggen an und festigten den Untergrund.

Vermutlich waren die Nordseeinseln schon um die Zeitenwende bewohnt, etwa von den Chauken, die von den Sachsen um die Mitte des fünften Jahrhunderts unterworfen wurden. Die Friesen rückten aus den Emsgauen nach und besiedelten die menschenarmen Marschen. Aber auch die Römer waren auf Wangerooge: 1597 fand man römische Münzen und Aschenurnen.

Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1217, als die Rüstringer Friesen aus der Jadegegend zum Kreuzzug aufbrachen. Der Inselname taucht aber erst 1327 auf, als Graf Wilhelm von Holland sich bei den Ältesten des Gaues beschwerte, dass an einer Verschwörung gegen ihn auch der Schiffer Thethardus, "opidani in Wangeroch insule" teilgenommen habe.

Als um das Jahr 1400 der Hering aus unerklärlichen Gründen von der Ost- in die Nordsee kam, blühte der Fischfang vor allem um Helgoland mächtig auf, wovon zweifellos auch die Fischer auf Wangerooge profitierten.

In dieser Zeit wechselten auch berüchtigte Seeräuber wie Klaus Störtebeker in die Nordsee über. Sie fanden Unterschlupf bei Häuptling Edo Wiemken von Rüstringen, der von seinem sicheren Jadehafen aus Bremer, Holländer und andere Seefahrer angriff. Die Holländer überfielen selbst zweimal die Insel Wangerooge, zerstörten die Kirche und verwüsteten das Dorf.

Weil eine markante Landmarke fehlte, entstand 1602 ein Turm an der damaligen Ostspitze der Insel, an dem sich die Seefahrer orientieren konnten. Er diente sowohl als Gottesraum, wie auch als Lager und war bewohnbar.

Der Kampf mit den Naturgewalten

Um den zunehmenden Nordweststürmen auszuweichen, verlegten die Bewohner ihre Häuser in Richtung der damaligen Ostspitze der Insel. Unberührt von den Kriegshandlungen überstanden die Menschen dort den Dreißigjährigen Krieg.

Mitte des 18. Jahrhunderts fallen die ersten Anstrengungen, die Insel gegen die Gewalt des Meeres zu schützen. Strohdocken sollten den Treibsand binden. Auch wurden vermehrt Sanddorn, Weiden, Pappeln und Buschwerk gesetzt - freilich ohne nachhaltigen Erfolg: Die See spülte die Befestigungen hinweg. 1775 siedelten gerade noch 150 Bewohner auf Wangerooge.

Auf dem Weg zum Badeort

Erste Anstrengungen zum Aufbau eines Badebetriebes erfolgten Anfang des 19. Jahrhunderts. Eine Badekutsche und ein Zelt wurden bereitgestellt. Hauswirte erklärten sich bereit, Badegäste aufzunehmen. Der aufkommende Badebetrieb sorgte für ein kleines, aber beständiges Wachstum auf der Insel.

Das heutige Alte Dorf entstand um den 1856 fertiggestellten alten Leuchtturm herum. Die ältesten Gebäude erinnern in ihrem einfachen Stil an Fischerhäuser. Das Rückgrat der allmählich wachsenden Gemeinde bildete die Zedeliusstraße. Hier entstanden auch repräsentative Hotelbauten.

Die beiden Weltkriege unterbrachen die Entwicklung Wangerooges abrupt. Weil die Insel von militärstrategischer Bedeutung war, wurde sie noch im Frühjahr 1945 durch Bomberangriffe schwer beschädigt. Viele historische Bauwerke gingen zwar unwiederbringlich verloren, aber der Wiederaufbau setzte die Erfolgsgeschichte des Seebads Wangerooge mit ungebremstem Elan fort.

Letzte Aktualisierung: 24.04.2012

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